Die Bauphase

 

Heilig Abend war es dann so weit. Mangels familiärer Aktivitäten begann ich mit dem Bau der Unterkonstruktion. Diese besteht aus gehobeltem Konstruktionsholz aus dem Baumarkt. Auf die Plattentiefe kommen 3 Stützen mit Abstand von jeweils 80 cm. An den Stirnseiten blieben so je 20 cm Luft.

Für die Grundplatte wählte ich 15 mm starke OSB Platten. Diese wurden längs mit den Untergestellen verschraubt, so dass sich im oberen Teile eine stabile Verbindung ergab. Im unteren Bereich der Stützen wurden Verstrebungen angebracht, die für entsprechende Stabilität der gesamten Konstrukion sorgen.

Irgendwie sollte es nicht sein, dass ich die Feiertagsruhe und -stimmung durch Baulärm zerstöre. Zwei Bohrer, die ich zum Vorbohren der Befestigungsschrauben benötigte, brachen nach jeweils einigen Schraublöchern. Ich musste also warten, bis die Feiertage vorüber waren und ich neue Bohrer kaufen konnte.

Bauphase - Schienen das erste Mal auf der Grundplatte linksDann ging alles relativ schnell und der Unterbau stand. Doch jetzt sollte das Ganze erst richtig los gehen. Damit ich die Unterkonstruktion für die Stützen der zwei geplanten Ebenen beginnen konnte, musste zuerst einmal der Streckenplan aus dem SlotMan in die Realität umgesetzt werden. Nach ein paar Stunden lagen die Schienen fertig auf der Platte und es passte alles so wie geplant.

Jetzt zeichnete ich die Konturen der Schienen auf die Platte und bekam so die Maße für die erforderlichen Aufbauten. Speziell bei den überhängenden Ebenen im hinteren Teil waren die Maße nur so zu ermitteln. SlotMan und auch das Berechnen anhand der Schienenabmessungen funktioniert nur bedingt, da durch das Zusammenstecken der Schienen die Lage gegenüber dem Plan leicht abweicht. Schließlich wird ja die meist vorhandene Lücke oder überlappung durch den Zusammenschluß "ausgeglichen".Bauphase - Schienen das erste Mal auf der Grundplatte rechts

Nachdem die Konturen angezeichnet waren, mussten die Schienen natürlich wieder von der Platte entfernt werden. Diesen Schritt habe ich genutzt, die Teile in Gruppen zu unterteilen und mit den "geliebten" Klammern zu versehen. Anschließend wanderten die Teile erst einmal ins Zwischenlager im Wohnzimmer.

Nun begann der spaßige Teil. Ich musste mit der mittleren Ebene beginnen, weil ich erst nach deren Fertigstellung die exakte Position der hinteren obersten Ebene ausmessen und anzeichnen konnte.

Bauphase - Bau der ersten Ebene (links)Als Orientierungshilfe für die Position der Stützen dienten die Konturen der aufgezeichneten Bahnteile. Ich stellte eine Stütze auf die Platte und zeichnete deren Position an. Dann bohrte ich die Löcher für die Verschraubungen in die Grundplatte. Anschließend hieß es auf Tauchstation gehen und von unten die gebohrten Löcher markieren (man glaubt kaum, wie schwer die Dinger von unten zu erkennen sind, wenn kein Licht von oben durchscheint :-)).

Bauphase - Bau der ersten Ebene (rechts)Danach drehte ich die beiden äußeren Schrauben soweit ein, dass die Spitze ein wenig über die Oberfläche herausstand. Sie dienten mir dann als Positionierungshilfe und Bohrschablone für die Stütze. Nun ging es wieder ans Licht. Die Stütze wurde an der angezeichneten Position aufgestellt und ausgerichtet. Die überstehenden Schraubenspitzen drückten sich dabei ins Holz und markierten so die Position für die ersten Löcher in der Stütze. Nachdem diese gebohrt waren und die Stütze wieder stand, ging es wieder nach unten. Dort schraubte ich die Stütze mit den vorhandenen Schrauben fest, bohrte dann die restlichen Löcher und gab dem ganzen durch die restlichen Schrauben den endgültigen Halt.

Glaubt mir, ein Workout ist ein Dreck gegen das ständige Rauf und Runter!

Im nächsten Schritt kamen die Schienen wieder ins Spiel. Diese wurden komplett zusammengesteckt, mit den Konturen auf der Grundplatte ausgerichtet und dann auf der mittleren Ebene angezeichnet. Nachdem sie wieder demontiert und verstaut waren, kam die Stichsäge zu ihrem ersten Einsatz, um die Konturen von Ebene 1 auszusägen. Das musste sein, weil der hintere Bereich nicht mehr zugänglich war. Durch die großen Leeräume unter Ebene 1 wäre die Platte bei den nächsten Arbeitsschritten gebrochen. Wenigstens knackte es bedenklich, als ich einen Belastungsversuch wagte.

Für die Ebene 2 im hinteren oberen Bereich wiederholte sich das Ganze. Stützen anzeíchen, Löcher bohren, Stützen verschrauben, Platte auflegen, Schienen zusammenstecken, Konturen anzeichnen und mit der Stichsäge die Bahnkontur aussägen. Fertig sah es dann so aus:


Bauphase - Ende der Rohbauphase (linke Seite)Bauphase - Ende der Rohbauphase (Mitte)Bauphase - Ende der Rohbauphase (rechte Seite)
 

Bauphase - Steigung mit Ansicht der Aussparung in der MitteSoweit - so gut. Es ging an die Steigungsstellen. Wie sich herausstellen sollte, war auch dieser Teil nicht ohne. Die Idee war, die Kurveninnenseite jeweils tiefer auszuführen als die Außenseite. Dadurch wollte ich nach außen hängende und damit extrem schwer zu fahrende stellen vermeiden. Allerdings stellten sich die OSB-Platten als recht verwindungssteif heraus. So blieb für die Kurvensteigung nur die Variante, den Mittelsteg auszusparen und die Schienen jeweils links und rechts auf schmalen Streifen aufliegen zu lassen.

Wie auf dem Bild zu sehen, kamen als nächstes die Banden an die Reihe. Der Schwerpunkt lag erst einmal an den Stellen, die später nicht mehr so leicht zugänglich sein würden. Als Material kamen 2 mm starke PVC Hartschaumplatten zum Einsatz. Diese habe ich bei eBay gefunden und der Händler bot an, diese gleich auf Maß zu schneiden. Das Material ist sehr gut biegsam, so dass auch engere Kurvenradien gut angepassbar sind. Obwohl es auf den ersten Blick recht instabil wirkt, ergibt sich eine ausreichende Stabilität, wenn der Streifen an der Bodenplatte angeschraubt ist.

Bis hierhin war alles gut verlaufen. Wie immer kurz vor der Fertigstellung eines Projekts, freute ich mich richtig darauf, die Schienen endlich auf die Konstruktion zu bringen und die ersten Runden zu drehen. Doch es sollte noch eine Herausforderung auf mich warten. Nachdem die Schienen verlegt waren, ergab sich plötzlich und unvorhersehbar eine Lücke von ca. 3 cm, die sich nicht zusammenschieben ließ. Bei dem Versuch rissen zwei Klammern einfach aus den Zapfen - ein Zeichen unüberbrückbarer Differenzen!

Bauphase - Abfahrt Ebene 1 auf Grundplatte (ursprüngliche Planung)Doch was war der Grund? Die Planung mit SlotMan hatte doch sauber funktioniert und auch bei den ersten Tests passte noch alles. Hier stellte sich heraus, dass die Planung per 2D-Software einen entscheidenden Nachteil hat - die Höhendifferenz wurde nicht berücksichtigt. Bei Bahnen mit einer Ebene mag das noch nicht entscheidend sein, bei 30 cm Höhendifferenz offensichtlich schon. Außerdem lagen die Streckenteile fest zwischen den Banden fixiert und hatten kaum noch Spiel. Das war wohl die zweite Ursache, die zur Rückkehr ans Reißbrett zwang.

Bauphase - Abfahrt Ebene 1 auf Grundplatte (endgültige Variante)Die Frage war nur, wo es einen Ansatz gab, diesen Missstand zu beheben. Weil obere und mittlere Ebene durch die Platzverhältnisse bleiben mussten, blieb nur der übergang der Steigung im linken Bereich auf die Start-/Zielgerade und der Streckenteil mit Abfahrt auf die Grundplatte. Hier stellte sich dann heraus, dass Ausprobieren mit richtigen Teilen der einzige Weg ist, solche Situationen zu lösen.

Nach 8 Stunden herumprobieren mit den verschiedensten Kurvenradien, 1/3- und 1/4-Geraden und diversen Streckenführungen fand sich dann ein gangbarer Weg. Dazu mussten jedoch einige Stützen der Ebene 1 versetzt und auch die Abfahrt von Ebene 1 auf die Grundfläche neu gebaut werden. Auf den Plänen (2008 - Die Planung) ist erkennbar, wie sich die Streckenführung geändert hat.

 

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